involy. Aus einem eigenen Problem ein kostenloses Tool gebaut
Wie involy entstanden ist, was die Tools können, warum alles lokal im Browser läuft und was es mit dem XRechnung-Export auf sich hat.
involy ist aus einem eigenen Bedarf entstanden. Als Selbstständiger wollte ich wissen, was ich dem Finanzamt schulde, Einnahmen und Ausgaben sauber dokumentieren, Vorsteuer korrekt berechnen und das Ganze selbst bei Elster einreichen. Ich baue solche Tools lieber selbst als ein Abo abzuschließen oder mich in fremde Software einzuarbeiten.
Irgendwann wurde daraus die Frage, ob das für andere Selbstständige genauso fehlt. Seitdem ist involy eine kleine öffentliche Seite mit Tools, die ich weiter pflege und bei Bedarf ergänze.
Die Tools
Jedes Tool ist eigenständig nutzbar. Stammdaten wie Name, Adresse und Steuernummer trägt man einmal ein und sie stehen überall zur Verfügung.
Das Rechnungstool erstellt rechtskonforme Rechnungen nach § 14 UStG. Fünf Vorlagen, Netto- oder Bruttoeingabe, automatische MwSt.-Berechnung, PDF-Export und XRechnung-XML nach EN 16931.
Das EÜR- und Vorsteuer-Tool richtet sich an Regelbesteuerer. Eingangsrechnungen, Einnahmen und wiederkehrende Ausgaben werden in einem Verzeichnis gesammelt, die Vorsteuer nach § 15 UStG berechnet und eine vollständige EÜR mit Umsatzsteuer-Zahllast ausgegeben.
Das Kleinunternehmer-Tool dokumentiert Einnahmen und Ausgaben ohne Umsatzsteuer, mit einem Tracker für die aktuellen Umsatzgrenzen nach § 19 UStG.
Warum alles lokal im Browser läuft
involy hat kein Backend. Alle Daten liegen ausschließlich im lokalen Browser-Speicher, kein Server, keine Cloud, kein Tracking. Der Grund ist einfach: Steuernummern, Kundendaten und Rechnungsbeträge haben auf fremden Servern nichts verloren.
Der Nachteil ist bekannt. Wer den Browserspeicher löscht oder das Gerät wechselt, verliert seine Daten. In jedem Tool gibt es deshalb einen JSON-Export als Backup, den man regelmäßig ziehen sollte.
XRechnung und die E-Rechnungspflicht
Den XRechnung-Export habe ich eingebaut weil die gesetzliche Entwicklung absehbar war. Ich habe den Export an mehreren XML-Validatoren getestet, alle haben das Format akzeptiert und bestätigt.
Seit dem 1. Januar 2025 sind alle Unternehmen in Deutschland verpflichtet, elektronische Rechnungen im B2B-Bereich zu empfangen. Das Format muss der europäischen Norm EN 16931 entsprechen. Ein PDF gilt seitdem nicht mehr als ordnungsgemäße E-Rechnung.
Für die Versandpflicht gibt es gestaffelte Fristen. Wer 2026 mehr als 800.000 Euro Umsatz macht, muss ab 2027 zwingend im XRechnung- oder ZUGFeRD-Format versenden. Für alle anderen läuft die Frist bis Ende 2027, ab 2028 gilt die Pflicht dann für alle inländischen B2B-Umsätze ohne Ausnahme.
Für Selbstständige die ausschließlich an Privatpersonen Rechnungen stellen ändert sich kurzfristig wenig. Wer auch nur einen gewerblichen Kunden hat, sollte das Thema kennen.
Was noch kommt
involy ist ein laufendes Projekt. Was mir selbst fehlt, baue ich. Was andere vermissen, nehme ich als Input. Feedback geht direkt über das Tool oder die Kontaktseite. Kein Feature-Request ist zu klein.